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Definition Armutsbegriff – Zahlen zu Kinderarmut | Kinder in Deutschland gelten als arm, wenn ihre Eltern über ein (DIW Berlin, 2010)
In Deutschland sind etwa 2,5 Millionen Kinder von Armut betroffen; dies entspricht einer Armutsquote von etwa 17 %, d.h. jedes sechste Kind ist arm.
„Hartz IV“ beziehende Bedarfsgemeinschaften mit Kind/Kindern unter 15 Jahren nach Bundesländern:
(Bundesagentur für Arbeit, Durchschnittswert Januar bis Dezember 2010) |
Armutsrisiko Arbeitslosigkeit | Ist in einem Haushalt mit Kindern kein erwerbsfähiges Haushaltsmitglied berufstätig, liegt das Armutsrisiko der Familie bei 72 %. Wenn ein Familienmitglied in Vollzeit erwerbstätig ist, sinkt das Risiko auf (Dossier Armutsrisiken, BMFSFJ, 2008)
Seit April 2011 gilt für alleinstehende Erwachsene und Alleinerziehende eine neue Regelleistung von 364 Euro. Die Regelbedarfe für Kinder bleiben bis zur nächsten Anpassung zum 1.1.2012 jedoch unverändert. Kinder unter sechs Jahren erhalten 60 % (215 Euro), Kinder zwischen sechs und 14 Jahren bekommen 70 % (251 Euro) und Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren 80 % (287 Euro). Ergänzend zu den Regelleistungen bekommen Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien ein Bildungspaket als Sachleistung. Für Sport- oder Musikvereine stehen 120 Euro pro Jahr zur Verfügung, zudem ein Zuschuss für Schulmaterial von 100 Euro sowie 30 Euro für Schulausflüge pro Jahr. Zudem soll mit dem Bildungspaket für
Kinder ein gemeinsames Mittagessen und Nachhilfe in Schulen bzw. Kindergärten gewährleistet werden. (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2011) |
Armutsrisiko Bildung | Zwischen dem Bildungserfolg der Eltern und der Kinder besteht ein deutlicher Zusammenhang, der sich in der unterschiedlichen Bildungsbeteiligung der Kinder von Akademikern und Nichtakademikern zeigt. 83 % der Kinder von Vätern mit Hochschulabschluss studieren ebenfalls, während dies nur für 23 % der Kinder von Nichtakademikern zutrifft. (3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, 2008). |
rmutsrisiko Migration | Neben Alleinerziehenden-Haushalten stellen ausländische Familien eine Gruppe dar, in der der Anteil armer Kinder besonders hoch ist. Von den von Armut betroffenen Kindern in Deutschland haben knapp 520.000 oder 22 % eine ausländische Staatsangehörigkeit. Damit ist dieser Anteil deutlich höher als der Anteil ausländischer Kinder in Deutschland insgesamt (14,5 %). (Dossier Armutsrisiken, BMFSFJ, 2008) |
Armutsrisiko Alleinerziehend | Unter allen Haushaltstypen weisen Alleinerziehende die höchsten Armutsraten auf. Rund 40 % der Personen in Haushalten von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern galten 2006 als einkommensarm. (Dossier Armutsrisiken, BMFSFJ, 2008) |
Kinderarmut: Auswirkungen | Das hohe Armutsrisiko in Kindheit und Jugend beeinträchtigt die Entwicklungsmöglichkeiten im weiteren Lebensverlauf und bleibt somit weiterhin eine Herausforderung für die Politik. (Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 7/2010) In sozial benachteiligten Familien haben Kinder häufiger Übergewicht, zeigen häufiger sozial auffälliges Verhalten und nehmen seltener an aktiver Freizeitgestaltung, etwa an Sportangeboten teil. (3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, 2008). Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus rauchen häufiger, treiben weniger Sport, haben Gewichts- und psychische Probleme. (KIGGS-Studie, Robert Koch-Institut, 2009). |